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Bundenbach 
Fossilien Galerie

Ein Zeitfenster vor 400 Mio. Jahren

Die schönsten Bundenbach-Fossilien

Eine Auswahl

Crinoidea (Seelilien)

Seelilien sind für viele die schönsten Fossilien aus dem Bundenbacher Schiefer. So schwelgte bereits R. Opitz 1932, anknüpfend an den durch E. Haeckel geprägten Zeitgeist: " Wir müssen uns denken, dass unsere Bundenbacher Seelilien, wie viele ihrer heutigen Verwandten, zarte Farbtöne trugen, rot, braun, gelb oder blau. Und man stelle sich vor, wie sie sich bogen und neigten, immer zielich und fein, jede Bewegung eine Kunstform, jede Haltung ein Ornament!"

Unter normalen Umständen zerfallen die filigrananen Tiere nach dem Tod äußerst schnell und zählen deshalb zu großen Seltenheiten. Untermeerischen Trübeströme und eine nur geringe Verfrachtung, teilweise kompletter Kolonien, vom urprünglichen Lebensort ermöglichten diese herausragende Fossilüberlieferung,

Mit etwa 70 bisher beschriebenen Arten sind die Seelilien im Hunsrückschiefer außerordentlich formenreich vertreten. Ihre Artenfülle entspricht damit der Zahl der heute weltweit bekannten Arten von gestielten Seelilien. Gleichwohl ist seit der Monographie von W.E. Schmidt aus 1934 eine Revision überfällig. 

Seelilien gehören wie die Sterntiere zum Stamm der Stachelhäuter (Echinodermata). Ihr Name nimmt Bezug auf die blumengleiche Gestalt ihrer 5 (verzweigten) Arme, die eine Krone bilden. Für die Nahrungsaufnahme halten die Seelilien, so von rezenten Arten aus der Tiefsee bekannt, ihre Kronen in Form eines Parabolfächers rückwärts geneigt in das heranströmende Meerwasser. Die Nahrungspartikel aus Plankton bleiben an den zwischen den Armen (Pinnulae) ausgestrecketn, schleimbedeckten Tentakeln (Ambulacralfüßchen) kleben. Von dort werden sie in Rinnen entlang der Arme zur Mundöffnung transportiert, die an der Kelchbasis liegt.

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Asterozoa (Sterne)

Kein Fundort - so schreibt 1890 der Bonner Paläontologe Stürtz - hat ein so reichhaltiges Material an versteinerten Sterntieren geliefert wie Bundenbach. Er beschreibt 27 Arten. Lehmann in seiner Monographie von 1957 beschreibt 50 Arten, die sich auf 33 Gattungen verteilen. Bartels & Brassel zählen 1990 über 50 Arten. Unsere Kenntnis paläozoischer Sterntiere ist fast ausschließlich auf diese Konservatlagerstätte begrenzt.

Zusammengefasst werden unter diesem Stamm der Stachelhäuter (Echinodermata) die Seesterne (Unterklasse Asteroidea) und die Schlangensterne (Unterklasse Ophiuroidea). Seesterne unterscheiden sich von den Schlangensternen durch das Fehlen einer von den Armen abgesetzten Körperscheibe, sie bewegen sich mittels Saugfüßchen (Ambulacralfüßchen) fort, wohingegen Schlangensterne ihre langen beweglichen Arme zum Klettern nutzen.

Bereits Opitz schenkte besondere Beachtung der Einregelung der Arme in Strömungsrichtung und beobachtete Regenerationserscheinungen an den Armen.

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© Bildrechte: Besonderer Dank an Herrn Andreas Keller, Altdorf, für die Erlaubnis zur Verwendung der Photos aus der Sammlung des Naturkundemuseums Reutlingen.

Arthropoda (Gliederfüssler)

Die Arthropoden stellen heute rund 80% aller lebenden Arten des Tierreiches. Die Evolution hat Formen hervorgebracht, die an jede ökologische Situation angepasst sind. Dazu zählen Insekten, Tausendfüßer, Spinnentiere und Krebse, mit nahezu einer Million bekannter Arten. 

Bundenbach ist für die Paläontologen der Fundort für die frühe Entwicklungsgeschichte der Gliederfüßer. Es ist das besondere Verdienst von W. Stürmer, der mit seinen Röntgenuntersuchungen ab 1973 eine Neubearbeitung der meisten Gattungen ermöglichte.

2009, zehn Jahre nach der Schließung der Grube Eschenbach, gelang G. Kühl et al. eine sensationelle Entdeckung mit Schinderhannes bartelsi, dem "rätselhaften Urzeit-Räuber aus dem Hunsrück". Diese Entdeckung das herausragende Potenzial des Hunsrückschiefers als einer der weltweit bedeutendsten Fossilfundstellen. 

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© Bildrechte: Besonderer Dank an Frau Dr. Gabriele Kühl und Herrn Georg Oleschinski, Universität Bonn, für die Erlaubnis zur Verwendung ausgewählter Photos.

Dank an Herrn Dr. Herbert Lutz, Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Mainz, für die Möglichkeit über das museum-digitalrheinland-pfalz auf Photos zurückgreifen zu dürfen.

Agnatha (Fische)

Bundenbach_Drepanaspis_gemuendensis

Drepanaspis gemuendensis

Bundenbach_Drepanaspis_gemuendensis_scetch

Drepanaspis gemuendensis
(nach Kutscher 1973)

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Gemuendina stuertzi
© Georg Oleschinski, Slg. Dr. Bartels HS624

Gemuendina_stuertzi_scetch

Gemuendina stuertzi
(nach GROSS 1963)

Bundenbach_Lunaspis_heroldi

Lunaspis heroldi

Bundenbach_Lunaspis_heroldi_scetch

Lunaspis heroldi (nach GROSS 1961)

Drepanaspis gemuendensis, erstmals 1887 von Schlüter veröffentlicht, zählt zu den urtümlichsten Vertretern der Wirbeltiere, die im Unterdevon noch ausschließlich die Meere bewohnten. Dieser Panzerfisch besaß noch keine Kieferbögen und Zähne (Agnatha), stattdessen war ihm ein Lutschmund zu eigen, der zum Abweiden von Algen und Kleinstlebewesen vom Meeresboden geeignet war.

Gemuendina mit seiner eigenwilligen Gestalt ist vielleicht das "Markenzeichen" des Hunsrückschiefers. Die Ausbildung der großen, paarigen Brustflossen und der kleineren, ebenfalls paarigen Bauchflossen sowie der sich zuspitzende Schwanz erinnern sehr an moderne Rochen. 

Lunaspis, wie Gemuendina ein Panzerfisch, aber ungleich seltener, verdankt seinen Namen den bestachelten "Seitenhörnern" des Rumpfpanzers, welche an Mondsicheln erinnern. Wie Drepanaspis und Gemuendina war auch er ein "Gründler", der seine Nahrung am Grund des Flachmeeres fand.

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Röntgenbilder

Taxocrinus_Bundenbach
Bundenbach_Taxocrinus_xray

Taxocrinus; X-Ray

Codiacrinus_schultzei_Bundenbach
Codiacrinus schultzei_xray
Codiacrinus schultzei; X-Ray © Ru Smith
Helianthaster_rhenanus_Bundenbach
Helianthaster_rhenanus_x-ray

Helianthaster rhenanus; X-Ray © Ru Smith

Baliactis_Bundenbach
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Baliactis; X-Ray © Ru Smith

Rhenops_Bundenbach
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Rhenops; X-Ray © Ru Smith

Chotecops_ferdinandi_Bundenbach
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Chotecops ferdinandi; X-Ray © Ru Smith

Palaeoisopus_problematicus_Bundenbach
Palaeoisopus_problematicus_X-Ray

Palaeoisopus problematicus; X-Ray © Andreas Rückert

Palaeoisopus_Bundenbach
Palaeoisopus_xray

Palaeoisopus; X-Ray © Ru Smith

Nahecaris_stuertzi_Bundenbach
Nahecaris_X-Ray

Nahecaris stuertzi; X-Ray 

Vachonisia_Bundenbach
Vachonisia_xray

Vachonisia rogeri; X-Ray © Ru Smith

Gemuendina_stuertzi_Bundenbach
Gemuendina stuertzi_xray

Gemuendina stuertzi; X-Ray © Ru Smith

Mimetaster_Taeniaster_Bundenbach
Mimetaster_Taeniaster_xray

Mimetaster hexagonalis ; X-Ray © Ru Smith

Palaeocucumaria_hunsrueckianaps_Bundenbach
Palaeocucumaria_hunsrueckiana_x-ray

Palaeocucumaria hunsrueckiana; X-Ray © Ru Smith

Rhenocystis_Bundenbach
Rhenocystis_x-ray

Rhenocystis; X-Ray © Ru Smith

© Picture credits: Special thanks to Dr. Ru Smith for his permit to make these photos available!